Auf der Nadelwelt in Karlsruhe

Um nicht ganz auf den Genuss einer Quiltausstellung verzichten zu müssen, entschied ich mich kurz vor knapp für eine Fahrt nach Karlsruhe.
Die Modalitäten für Freundes-Fahrkarten hatten sich geändert, und so stieg ich etwas verunsichert mit Hilde um 7 Uhr morgens in den Zug. Es stellte sich später raus, dass wir zuviel bezahlt hatten; es hätte schlimmer kommen können. Zum Glück sind  die Gespenster der Vergangenheit ausgestorben.

Das erste Mal besuchten wir die Ausstellung im Messezentrum, zu dem ein kostenfreier Bus fuhr. Die letzte Nadelwelt, auf der wir waren (2011), hatte noch im Kongresszentrum stattgefunden.

Schon im Vorfeld hatte ich erfahren, dass der Verkaufsbereich größer war als der Ausstellungsbereich, womit ich gut leben konnte. Anstandshalber begleitete ich meine Gefährtin durch die Stände – mir hätten die Ausstellungen auch gereicht. Die überschaubare Anzahl an Quilten, Filzarbeiten und textilen Schaustücken übersättigt den Betrachter nicht.

20Jahre

Alte Bekannte fand ich in den afghanischen Stickquadraten wieder, die Pascale Goldenberg an einem Stand verkaufte. Das Patchwork-Magazin hatte sich diese Idee wohl für ihr 20jähriges Bestehen geliehen und in einer Ausschreibung QuilterInnen zum Mitmachen eingeladen. Ein besonders gelungenes Exemplar fand ich so in der Arbeit von Caroline Schmid wieder, die Quilt-Blöcke des City Samplers von Tula Pink nachgearbeitet und zu diesem Modell zusammengestellt hat. Die „20“ ist gestickt.

Ausbeute

Nicht, dass ich nicht schon Stickquadrate hätte – ich blättere sie manchmal durch und erfreue mich jedes Mal aufs Neue an ihnen. Diesmal fand ich einen besonders schönen „Granatapfel“. Das runde Stoffteil mit den kreis- und rautenförmigen Vorlagen gehören zu einer japanischen Falttechnik – ich hatte schon einmal versucht, diese Technik mit geschwungenen Stoffstreifen nachzustellen, aber es war bei dem Versuch geblieben. Auch ein paar Stoff“sternchen“ fielen mir ins Auge und fanden ihren Weg in meinen Besitz.

Chichen Itza

Unter den deutschen Teilnehmerquilts der 2015 World Quilt Competition XIX konnte man einen schönsten Quilt wählen und in meiner engen Wahl befanden sich Chichen Itza von Silke von Hoffmann, der als Erinnerung an deren dreijährigen Mexiko-Aufenthalt entstand, die Stechapfelblüte von Hermine Keck und ein Zipfelquilt mit aufwändiger Rückseite.


Stechapfelblüte
Stechapfelblüte von Hermine Keck

Zipfelmützen
Zipfelquilt mit aufwändiger Rückseite

Natürlich gab es noch viele andere meisterliche Quilte. Ich habe hier nur die gezeigt, die mich am meisten beeindruckten. Bewundernswert waren die Stolen, die in verschiedenen asiatischen Techniken wie Sashiko und Pojagi gearbeitet waren. Pia Welsch hatte die  Macherinnen dabei angeleitet.


Stola1Stola2

Stola in verschiedenen asiatischen Techniken

Auch die Kimonos von Pia Welsch zeigten viele interessante Ideen und ein beeindruckender Quilt von Bernadette Mayr war zu sehen –  eine Rose?

Soweit meine Eindrücke von der diesjährigen Nadelwelt. Ich war sicher nicht die einzige Besucherin mit Blogger- oder Forenhintergrund.

Bis zum nächsten Mal.

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